Hortgebäude bleibt stehen – weniger Sport und Spielflächen für die Kinder!

Bei der Planung des Schulhausanbaus im Jahr 2011 wurde
gleichzeitig ein Ideenteil für die Neukonzipierung der
Hort- und Mittagsbetreuung in Auftrag gegeben. Dieser
Ideenteil sollte nach der Fertigstellung des Schulgebäudes
bei Bedarf in die Planung und Realisierung gehen. Die
Architekten hatten hier einen kompletten Neubau vorgesehen,
um eine großzügige zusammenhängende Freifläche
im Zentrum der Anlage zu schaffen. Dies würde bei
entsprechender Gestaltung eine hohe Aufenthaltsqualität
für die Kinder und das Personal bedeuten.

Die SPD stellte den Antrag zur Realisierung des Ideenteils,
der dann am 12. November 2015 vom Gemeinderat
einstimmig beschlossen wurde. Im Raumprogramm
der Neuplanung soll auch das neue offene Ganztagesangebot
(OGTS-Kombi) der bayerischen Staatsregierung
berücksichtigt werden.

In der letzten Sitzung stellte das von der Verwaltung beauftragte
Architekturbüro „Urbanes Wohnen“ sein Untersuchungsergebnis
vor. Es kam zur Empfehlung, das derzeitige Hortgebäude zu entfernen,
um das gesamte Gelände bestmöglich gestalten zu können.

Das heutige Hortgebäude ist für 75 Kinder konzipiert und
kann derzeit optimal genutzt werden. Es hat aber den
Nachteil, dass es nur mit gestalterischen und funktionalen
Verlusten erweitert oder aufgestockt werden kann.
Bei Erhalt des Hortgebäudes können auch die Freiflächen
nicht in dem Maße zur Verfügung gestellt werden, wie es
im Ideenteil vorgesehen war. Somit gehen für die Kinder
ca. 300 qm zusätzliche Freifläche verloren!
Es sollen künftig ca. 400 Schüler am Standort Schulstraße
betreut werden. Etwa 100 Schüler aus den Ganztagesklassen
werden wie bisher im Schulgebäude betreut,
so dass noch 200 Hortplätze und 100 Mittagsbetreuungsplätze
zur Verfügung gestellt werden müssen. Wenn
das heutige Hortgebäude für 75 Hortplätze bestehen
bleibt, müssen nach Beseitigung aller anderen vorhandenen
Gebäude und der jetzigen Module noch zusätzlich
125 Hortplätze und 100 Mittagsbetreuungsplätze auf
dieser Restfläche (auf der sich heute schon ca. 100 Kinder
befinden) realisiert werden. Man kann sich jetzt schon
die Gebäudegröße und die Dichte der Bebauung vorstellen,
zumal die Hort- bzw. Mittagsbetreuung nicht in einem
Gebäude untergebracht werden dürfen.

Für die SPD war klar, dass wir die optimale Lösung für
Kinder und Betreuungspersonal an diesem Standort erreichen
wollen. So bedauerlich es ist, dass ein erst 26 Jahre altes Gebäude
weichen soll, aber ein ansprechendes Konzept und viel
Freifläche für 400 Kinder sollte uns das wert sein. Leider hat sich
die Mehrheit des Gemeinderates einschließlich Bürgermeister
dagegen entschieden.

Jutta Schödl
Fraktionsvorsitzende

aktuell – Ausgabe 295, Januar 2017